5 „Diäten“ die garantiert nicht funktionieren…

Ok, der Titel ist recht provokativ, das gebe ich gern zu. Allerdings habe ich in den letzten zwei Jahren so einiges ausprobiert, um meine lästigen Pfunde loszuwerden. Immer wieder heißt es, Diäten bringen nichts, weil früher oder später der Jojo-Effekt zuschlägt. Doch die Gründe, warum die folgenden 5 Diäten nicht funktionieren, sind dir vielleicht neu:

 

1. Schlank im Schlaf

Die Schlank-im-Schlaf-Diät hat für mich noch den wissenschaftlichsten und sinnvollsten Ansatz von allen Diäten. Sie geht davon aus, dass man abends keine Kohlenhydrate essen sollte, um über Nacht den Insulinspiegel flach zu halten und dadurch möglichst viele Fettreserven aufbraucht. Die Theorie ist soweit in Ordnung, doch wie sieht die Praxis aus?

Morgens nur Kohlenhydrate. Das mag noch gehen. Allerdings hat es in meinem Fall nicht lang genug gesättigt. Bis zum Mittagessen kann es also schon mal zur Qual werden. Zudem müssen viele Menschen vor allem am Vormittag in der Schule oder bei der Arbeit konzentriert sein. Mit Hunger schwierig. Abends gibt es dann keine Kohlenhydrate mehr. Stattdessen Eiweiß und Gemüse. Problem auch hier: Es sättigt mich einfach nicht. Ich müsste dann etwa 400-500 Gramm Fleisch essen, um ohne Hunger durch die Nacht zu kommen. Gemüse kann ich nahezu ohne Limit essen, es macht einfach nicht richtig satt.

Wer nachts hungrig und morgens unkonzentriert ist, wird auf Dauer launisch und wird nachhaltig mehr essen als vorher. Nur wer ausgeglichen is(s)t, hat seine Pfunde im Griff! Mein Tipp: Abends lieber um 17 oder 18 Uhr essen, so dass man satt wird und die Energie der Kohlenhydrate anschließend durch Aktivität, wie einen Spaziergang verbrauchen.

 

2. Paleo-Diät

Bei der Ernährung nach Paleo gibt es hauptsächlich Steinzeit-Essen. Also Lebensmittel, die bereits in der Steinzeit gegessen wurden. Das sind Fleisch, Beeren, Nüsse und Grünzeug. Die Idee dabei ist zum einen, dass diese Lebensmittel schon immer gut verdaut wurden, die Menschen früher nicht so dick waren wie heute und ein bisschen auch aus Prinzip. Alle verarbeiteten Lebensmittel sind schlecht und unnatürlich, deswegen sollte man bei Paleo möglichst viel roh essen.

Grundsätzlich schließe ich mich der Meinung an, dass unverarbeitete Lebensmittel gesünder sind, als verarbeitete. Man weiß dann, was man isst, kann sichergehen, dass man nicht Unmengen an Zucker zu sich nimmt und verzichtet auf Konservierungsstoffe und ähnliches.

Jedoch geht der Gedanke nicht weit genug. Menschen sind erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts immer fetter geworden, was vor allem am Zucker und später am Weißmehl lag. Die Menschheit kam also Jahrtausende lang sehr gut mit der Landwirtschaft klar. Milch, Kartoffeln, Getreide und Eier sind in der richtigen Menge gesund und liefern viele Nährstoffe. Kohlenhydrate aus Vollkorn liefern uns wichtige Energie und haben die Menschen in all den Zeiten zu unglaublichen Leistungen gebracht. Wer weiß, wie die Menschheit heute aussehen würde, hätten wir uns nicht als Bauern niedergelassen.

Zu viel Fleisch führt zu Gicht und ist nicht gesund! Fleisch und Beeren werden auf Dauer recht teuer. Und insgesamt ist die Ernährung nicht ausgewogen genug. Mein Tipp: Unverarbeitete Lebensmittel ja, in der Form das die Zutatenliste so kurz wie möglich ist.

 

3. Fünf zu zwei oder 5:2

Hierbei kann man pro Woche an fünf Tagen essen, was man will und muss sich an zwei Tagen mit 500 Kalorien begnügen. Oder anders gesagt: Fünf Tage das eine Extrem und zwei Tage das andere. Das funktioniert von vornherein nicht. Esse ich an den fünf Tagen ohne Sinn und Verstand, werde ich garantiert zunehmen.

Jetzt muss man einschränken, dass die Formulierung am Anfang einfach zu salopp war. Gemeint war von den Erdenkern eigentlich, dass man zwei Tage fastet und fünf Tage ausgewogen essen soll. Bedeutet also, an fünf Tagen sein Kaloriendefizit auszugleichen. Der Grundgedanke ist interessant und ich habe das lange vor dieser Diät praktiziert. Dabei habe ich einen Tag gut gegessen und einen Tag ein bisschen gehungert.

Die Theorie dahinter lautet, wenn du auf Dauer zu wenig isst, wird dein Körper auf Energiesparmodus umstellen, versuchen so viele Kalorien wie möglich als Fett einzuspeichern und deinen Stoffwechsel runterfahren. Schließlich denkt er, es gibt nicht genug zu essen. Dies ist ein angeborener Instinkt, den wir nicht abstellen können. Esse ich allerdings einmal viel, einmal wenig, weiß der Körper, potenziell ist genug vorhanden. Der Stoffwechsel macht normal weiter und braucht an den Tagen mit den 500 Kalorien Fett auf.

Mit dieser Diät Gewicht zu verlieren funktioniert gut, so lange du deutliches Übergewicht hast. Die letzten Fettpolster wirst du damit nicht los, da der Körper diese wieder als Reserve behalten will. Da brauchst du andere Kaliber. Das Risiko bei dieser Diät ist zudem, dass der Körper beim Hungern Energie aus deinen Muskeln zieht, diese also abgebaut werden.

Deswegen mein Tipp: Wenn du wenig Muskeln hast, aber mit etlichen Kilos zu viel kämpfst, ist dies eine gute Möglichkeit, um erst einmal Gewicht zu reduzieren. Solltest du bereits trainieren und fit werden wollen, solltest du lieber ausgewogen essen.

 

4. Mediterrane Lebensweise – „Diät“

Immer wieder hört man, es sei gesund, wie die Italiener zu essen. Warum eigentlich? Die folgende Untersuchung sollte doch zu denken geben: In Deutschland sind etwa 16 Prozent der Kinder im Alter von 2 bis 10 Jahren übergewichtig. Damit liegt Deutschland im europäischen Mittelfeld. Letzter Platz mit 40% Prozent übergewichtigen Kindern ist – Italien!

Und plötzlich sind alle überrascht, oder wie? Nudeln haben doppelt so viel Kalorien wie Kartoffeln und halten nicht halb solange satt. Pizza besteht zum großen Teil aus Weißmehl. Mozarella und Salami triefen vor Fett. Olivenöl ist nicht hitzebeständig und sollte deswegen nicht zum Braten genutzt werden. In Tomatensauce und Balsamico stecken versteckte Zucker. Und dass Ciabatta oder Baguette nicht gesund ist, erklärt sich eigentlich von selbst. Sie bestehen aus Weißmehl, Zucker und Milch. Sie enthalten viele Kalorien und sättigen überhaupt nicht. Du kannst damit noch fünfmal deinen Teller putzen, wenn du eigentlich lange satt bist.

Wer auf diese Weise versucht, abzunehmen, der wird kläglich scheitern. Auch ich habe zu lange nicht erkannt, dass Nudeln mir beim Abnehmen im Weg stehen. Heute esse ich sie nur noch sehr selten, dann mit Genuss und viel Gemüse. Deswegen mein Tipp: Nehmt nur die guten Sachen der mediterranen Lebensweise: Viel frisches Gemüse, dass nur kurz und bei niedrigen Temperaturen gegart wird, Olivenöl nicht überhitzen und Brot nur aus Vollkorn.

 

5. Essen mit Light-Produkten oder Zuckeraustauschstoffen

Inzwischen findet man in jedem Supermarkt zu einem „normalen“ Produkt auch ein Light-Produkt. Egal ob Käse, Wurst, Getränke, Cornflakes, Tiefkühlpizza, etc. Alle diese Produkte versprechen uns weniger Fett, weniger Kalorien, weniger zunehmen. Was auf der Packung meist verschwiegen wird, ist der erhöhte Hunger. Viele dieser Produkte setzen auf sogenannte Zuckeraustauschstoffe.

Beispiel Pizza: Eine normal Tiefkühlpizza mit ca. 800 Kalorien macht bereits nur bedingt satt. Hier stecken jedoch jede Menge Zucker, schlechte Fette und mehr drin. Nimmt man stattdessen eine Light Pizza, hat diese nur noch 600 Kalorien, macht überhaupt nicht mehr satt und enthält zudem Zutaten wie Dextrose, Zucker, modifizierte Maisstärke und Xanthan. Kennst du nicht? Im Prinzip ist das alles das selbe, nämlich Zucker? Wozu braucht eine Pizza so viel Zucker?

Ganz einfach: Durch Zucker und Zuckeraustauschstoffe bekommen wir Appetit auf mehr. Die Lebenmittelindustrie hat es in den letzten 50 Jahren geschafft, uns mit Zucker anzufixen, so dass wir unbewusst mehr essen und dadurch auch mehr kaufen. In den letzten Jahren kam dann immer mehr die Befürchtung auf, dass wir alle zu dick werden. Da hat die Industrie kurzer Hand Light Produkte eingeführt. Wer jedoch glaubt, dass die das für uns gemacht haben, der täuscht. Die Idee dabei ist, uns in einer Art Wohlfühlzone zu wiegen, während wir weiterhin genauso viel essen, wie vorher auch schon.

Mein Tipp: Verzichte auf Light-Produkte und jede Form von Zuckeraustauschstoff. Gönn dir lieber hin und wieder eine Scheibe richtigen Käse oder backe deine Pizza selbst.

 

Fazit: Es kann so einfach sein!

Hast du dich schon mal gefragt, warum es jedes Jahr eine neue Trend-Diät gibt, die angeblich schnell und einfach zum Erfolg führt? Weil wir doch genau das glauben wollen. Das es schnell und einfach geht. Zehn Jahre später stellen wir fest, dass wir dicker sind, als je zuvor und die ganzen Diäten nichts bringen. Der Grund dafür ist viel simpler, als die meisten Diäten: Das einzige was dir wirklich beim Abnehmen hilft ist eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung.

Aber genau das wollen wir nicht hören. Deswegen springen wir lieber auf die Diäten an, rühren uns irgendwelche Pulver zu Drinks, nehmen Tabletten, die angeblich die Fettaufnahme verhindern und kaufen ähnliche überteuerte Produkte.

Dabei geht eine Ernährungsumstellung ganz einfach:

Schritt 1: Reduziere Weißmehl, Zucker und schlechte Fette (fettiges Fleisch, Sonnenblumenöl, Magarine und Butter) Setze stattdessen auf Vollkorn (am besten ganzes Korn), Obst und gesunde Öle (Olivenöl für kalte Speisen, Rapsöl für warme).

Schritt 2: Versuche so oft wie möglich selbst zu kochen. Wenn du nicht gern Gemüse schneidest, nimm tiefgekühltes. Das hat schon jemand anders für dich geschnitten, aber es ist immer noch gesund. Verzichte auf Fertigessen. Es ist ungesund und teurer, als wenn du es selbst machst.

Schritt 3: Iss dreimal am Tag, möglichst an einem Tisch. Wenn du gesunde Zutaten verwendest, kannst du dich sogar satt essen.

Schritt 4: Fange an, Bewegung in deinen Alltag zu integrieren. Parke ein Stück weiter weg. Nimm einmal mehr die Treppe. Geh zu deinen Kollegen, statt mit ihnen im gleichen Büro zu telefonieren. Und geh hin und wieder einfach ein bisschen an der frischen Luft spazieren.

Wenn du gesunde Rezepte brauchst, die findest du hier.

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